Prolog

Verlieren wir die Aufklärung? Ja, das ist aktuell spürbar eindeutig der Fall, da sind sich alle einig. Auch darüber, dass es sich um einen exorbitant-katastrophalen Verlust handelt, wenngleich die Gründe dafür unterschiedlich bewertet werden.
Die Lessing-Gesellschaft fixiert die originäre Ursache in einem grassierenden Mangel an Erkenntnisfähigkeit, hervorgerufen durch das aktuelle Fehlen zeitgemässer veritabler erkenntnistheoretischer Modelle.
Erkenntnistheoretische Modelle, Konzepte, Systeme waren seit jeher die
leistungsfähigsten Instrumente für den Erkenntnisgewinn und -Erhalt. So z.B. die Ideenlehre Platons, die Aristotelische Kategorienlehre, der Rationalismus eines Rene Descartes, Empirismus nach David Hume oder Immanuel Kants Idealismus.
Die letzteren Konzepte ermöglichten die epochale Aufklärung des 18ten Jahrhunderts, die geradezu eine Kaskade Geistes- und Naturwissenschaftlicher Errungenschaften auslöste, von denen wir bis heute massgeblich profitieren. Funktionstüchtige erkenntnistheoretische Modelle dieser Art sind das wertvollste geistige Eigentum der Menschheit überhaupt
Es liegt also nahe, sich zur Lösung des aktuellen Dilemmas an Netzwerke zu wenden, die der Aufklärung per se nahestehen, wie philosophische Verbände, Fakultäten, Institute, Organisationen etc. zu wenden. So waren z.B. die Aufklärer des 17ten und 18ten Jahrhunderts in der Regel Freimaurer oder mit der Freimaurerei eng verbunden, wie Lessing, Goethe, Hume, Newton, Kant, Voltaire, Washington, Franklin, Diderot, Danton, Bolivar, Garibaldi und viele andere. Wie seinerzeit mit dem Idealismus, besässe ein solcher Trägerverband mit einem eigenen Erkenntnistheoretischen Modell
auch heute wieder ein Instrument von epochaler Tragweite.
Die Lessing-Gesellschaft ist seit einiger Zeit dabei, ein entsprechendes Konzept zu entwickeln, dass inzwischen voll funktionstüchtig und nahezu einsatzreif zur Verfügung steht. Es hat sich im Feldversuch bestens bewährt, besitzt das Potential ad hoc valide Antworten auf alle essentiellen Menschheitsfragen liefern zu können, die bisher als unbeantwortbar galten und eignet sich zudem exzellent zum Einsatz in allen Medien sowie mentalen, sozialen, wissenschaftlichen, kulturellen und praktischen Disziplinen.
Vergleichbar mit dem Existentialismus Jean Paul Sartres, der nach dem zweiten Weltkrieg eine Phase neuer Aufklärung hervorbrachte, kann dieses Konzept die Aufklärung im kommenden 21ten Jahrhundert entfachen und für den dringend erforderlichen Zugewinn an Erkenntnis und Erkenntnisfähigkeit Sorge tragen.
Dieses neue erkenntnistheoretische Konzept heisst PLAUSIBILISMUS.

Im Jahr 2024 ruft der Hamburger Unternehmer, Erk Rickmers, einen Thinktank ins Leben, mit der Zielsetzung, ein erkenntnistheoretisches Modell herzustellen, um sich einen entsprechenden Erkenntnis-Vorsprung zu sichern. Seine internationale Crew, mit Millionen-Aufwand zusammengestellt und mit immensen Ressourcen ausgestattet,
erweist sich als unfähig, die Aufgabe zu bewältigen. Das Projekt wird eingestellt.

Der Hamburger Unternehmer Hans Werhahn richtet 1992 in Kiel die Gesellschaft für neue Phänomenologie ein, um es seinem persönlichen Freund und Kriegskameraden, dem Philosophie-Professor Hermann Schmitz, zu ermöglichen, ein eignes erkenntnistheoretisches Modell herzustellen. 2006 finanziert er eine Honorarprofessur mit umfangreicher Entourage an der Universität Rostock. Die „Neue Phänomenologie“,
wie Hermann Schmitz sein Konzept nennt, wird trotz des gewaltigen Aufwandes weder von der Fachwelt, noch sonst beachtet. Zunächst ist es nicht eben neu – bei den philosophisch fundierten Anteilen bedient sich H. Schmitz nahezu ausnahmslos bei dem französischen Phänomenologen Maurice Merleau Ponty (den Schmitz niemals in seinen Schriften erwähnt). Zudem sind die eigenen Aussagen von H. Schmitz meist banal bis unsinnig, das Konzept zur Erkenntnisgewinnung entsprechend unbrauchbar.

Freimaurer fordern von ihrem Verband erkenntnistheoretisches Engagement.

Text links: Daniel Hofer – Loge Quator Coronati in TAU (Mitteilungsblatt
der Loge) 1 – 2025, S.17.

Text rechts: Jörg Ahlheid – Loge Carl vom Felsen, Deutschlandfunk Kultur 23.06.2012